Niederrhein-Nachrichten vom 16.10.1999 |
wiedergeben." Sprachliche Ungenauigkeiten kann van Benthum überhaupt nicht leiden. Wenn da etwa einer schreibt, die "Kue" hätten "in de Schüür" gestanden, dann packt ihn fast heiliger Zorn: ",Schüür' heißt Scheune - die Kühe standen aber ,op de Dääl'." Da ist van Benthum Purist! Das Material für die CD-Aufnahmen stammt zum Teil aus der langjährigen Vortragsarbeit des Kelleners: "Teilweise handelt es sich um Mitschnitten von Veranstaltungen", berichtet Edmund Zollna von der Mundart-BÜrgerfunksendung "tösse sess an söwe", der für die Produktion verantwortlich zeichnet, "ein weiterer Teil ist im Laufe der Jahre in unseren Radiosendungen entstanden." Einige Geschichten ("zum Teil bisher unveröffentlich", wie van Benthum betont) sind ergänzend im Wohnzimmer des Autors eingespielt worden. Liebevoll sind die 26 Döntjes auf knapp 70 Minuten zusammengestellt - von "Adel het ok Plechte" bis "Ene'n Dag op denn Burenhof". In einem beigelegten Booklet, das eine Zeichnung von van Benthums Ehefrau Helga ziert, erklärt Zollna die Philosophie der Mundart-Arbeit. Die Zielgruppe für die CD ist den beiden Mundartspezialisten klar: "Mit Platt beschäftigen sich eher ältere Menschen. Und wenn die Sehkraft nachläßt, ist eine solche Aufnahme doch eine tolle Sache." Und wenn Gerd van Benthum das formuliert, dann hört sich das so an: "Wenn now noch nit wett, wat för Oma än Opa onder de Kristboom legge mot, denn es nit te hälpe." MICHAEL KERST |
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Er war einer der Mundartexperten im Klever Land
Gerd van Benthum hat soeben die erste CD mit 26 "Döntjes" vorgelegt. Seine Frau Helga zeichnete das Titelbild. (Foto:Markus van Offern)