Manche Mundartbegriffe lassen sich nicht eins zu eins übersetzen. Es bedarf schon einiger weniger Sätze, um zu erklären, was denn gemeint ist. Diese speziellen Ausdrücke versammeln wir auf dieser Seite zunächst in loser Folge so, wie sie uns bei der Recherche auffallen.
Ein Brummtopf (in Nord-Deutschland Rummelpott) ist ein primitives
Musikinstrument, das aus einer Blechbüchse oder Einmachglas besteht,
über das eine Schweinsblase gespannt wird, in deren Mitte ein Holzpflock
gebunden ist, mit dem man die Blase auf und ab bewegen kann. Durch
diese Bewegung entsteht ein quietschender, gequetschter Ton.
Mit dem Brummtopf zogen die Burschen namentlich Fastnachten durch
das Dorf von Tür zu Tür, sangen ihren Vers und erhielten dann kleinere
Geldstücke oder Würste.
Op Platt heißt ein Brummtopf Fupperpott. Das Wort fuppere bedeutet
"auf und ab wippen".
Auch wird der Brummtopf vielerorts als Fuckepott angedeutet. Das Wort
Fuck bedeutet "Elan" oder "Energie", und fucke heißt "energisch auf und ab
bewegen". Das Englische "to fuck" ist eine herablassende Andeutung des
Geschlechtsaktes, und wenn es extrem kalt ist, kann man "it is fucking cold"
sagen (allerdings so lange Heerohme nicht in der Nähe ist).
Im Standard Niederländischen sagt man "foekepot" oder "rommelpot". Im Osten
des Landes wird beim Rummelpott laufen z.B. gesungen: "En hebb iej oons dann
good verstoahn, dann könnt wiej ün Hüüsken wieder goahn".
Kleve, den 11.02.2009
Hans van den Bos
Sehr geehrte Damen und Herren, vielleicht habe ich es auf Ihrer Seite übersehen, aber unsere Mutter (Emmerich) verwendete gerne den Begriff: Haagse Kack (unsichere Schreibweise; g=ch). Darunter verstand sie einen Schönling, der durchaus gefällig im Umgang, aber mit begrenzter intellektueller Substanz einen ausgeprägten Spürsinn besitzt, wann und wo es etwas zu feiern gibt, ohne dabei natürlich Unkosten tragen zu müssen.
Mit freundlichen Grüßen
B. Melters München
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Es ist tatsächlich “haagse” und nicht “haachse” weil in dieser Redensweise referiert wird an die niederländische Stadt Den Haag.
Wo Amsterdam die Hauptstadt ist, ist Den Haag die Residenzstadt, wo Königin und Regierung samt Ministerien angesiedelt sind.
Die Stadtbevölkerung lässt sich global in drei Schichten einteilen:
Erst mal die Oberschicht, die Minister und Staatssekretäre, und die hohen Beamten, dazu noch diejenigen die mit der kolonialen Ausbeutung reich wurden.
Dann die Unterschicht, die sogenannten “Hagenezen”, die den Ruf haben grossmäulig zu sein und farbenfroh schimpfen zu können.
Schliesslich die Mittelschicht, die den Ruf hat hochnäsig zu sein. Sie möchten gerne mit der Oberschicht mitmachen, sind dafür aber nicht reich genug. Sie versuchen ständig mehr zu scheinen als sie in Wirklichkeit sind. So paradieren sie in auffälliger Kleidung jeden Sonntag an die “Scheveningse Pier” entlang, und reden mit einer affektierten Intonation. Genau das beinhaltet die Haagse Kacke: sehen und gesehen werden, sich reicher und vornehmer geben als man in Wirklichkeit ist. In den Niederlanden gibt es ein schaumig aufgeklopftes Dessert, das sinngemäss “Haagse Bluf” heisst: man denkt es ist eine ganze Menge, doch im Grunde genommen ist es nur Luft.
Selbstverständlich handelt es sich hier um grobe Stereotypierungen, aber wenn man in den Niederlanden “Haagse kak” sagt, weiss jedes Kind genau was gemeint wird.
Kleve, den 29.07.2008
Hans van den Bos
Wörtlich: Stoß, Hieb
Wenn ein Schüler nicht hören wollte, durfte der altmodische Schulmeister einen “Tekk” verpassen.
In übertragendem Sinne: Makke
Mit dem niederländischen Spruch “Hij heeft een tik van de mallemolen” wird gemeint: “Der hat einen Stoß von der Klapsmühle ab bekommen, der spinnt wohl”.
Das Wort “Makke” ist hebräischen Ursprungs, und bedeutet: Fehler, Mangel.
Kleve, den 03.03.2008
Hans van den Bos
Die Basisbedeutung von “Dopp” ist: Hülse, Hülle, Umhüllung. Von da aus sind die folgenden Bedeutungen entstanden:Fruchthülse (z.B. “Boonedopp”)Augenlid (umgibt das Auge wie eine Hülse)verschobene Bedeutung: AugeKreisel (hat eine Hülse)in übertragendem Sinne: Kind (eine Fruchthülse ist etwas Winziges)
Mehrzahl: Döppe
z.B. “gut ütt de Döppe kieke” bedeutet: die Augenhülsen gut offen halten (damit man besser sehen kann)
“döppe” bedeutet: abschlagen, entschoten (die Hülse entfernen).
z.B. “Boone döppe” ist: Bohnen enthülsen. Mit dem niederländischen “Hij kan zijn eigen boontjes doppen” wird gemeint: Er ist sehr wohl fähig seine eigene Angelegenheiten zu regeln.
In den östlichen Niederlanden wird mit “Döppert” eine Person angedeutet die vorquellende Augen hat (wie jemand der dich nicht begreifend anstarrt, oder wie ein Schwachsinniger)
(siehe das Dialexicon Twents, http://members.home.nl/dialexicon)
In der Nederbetuwe (NL) meint man mit “Döppert” in übertragendem Sinne: Blödmann, Dummer.
In der Overbetuwe (NL) sagt man “Döpper” für “Blödmann”. In Niederrhein sagt man “Döppe” (siehe Hans Polders).
“döppe” in der Bedeutung: untertauchen, und “dööpe” (= taufen) haben nichts mit “Dopp” zu tun. Sie drücken vielmehr eine niederwärtse Bewegung aus. Vergleiche die englischen Begriffe “dip” und “deep”.
Kleve, 24.10.2007
Hans van den Bos
Dabei handelte es sich um den Korb, in den ein Huhn saß, das "klucks" war, d.h. sich entschlossen hatte, Eier auszubrüten. Das war sehr gern gesehen, ermöglichte es doch die Nachzucht von Federvieh aller Art. Man setzte es auf bis zu 13 Eier, die beim Nachbarn besorgt wurden, wenn man selbst keinen Hahn (oder keinen angesehen guten) hatte und deckte es mit einem Sack zu, damit es nicht abgelenkt wurde und von seiner löblichen Absicht zurücktrat.
Schöne Grüße
J. Görtz Solingen
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Offensichtlich gibt es mehrere Deutungen des Begriffes Tüttebänn. Im Buch "Van Aewerdäss bes Wilewaj" heißt es dazu wörtlich:"Tüttebänn - ein mehrere Quadratmeter großes Fischnetz, das zwischen zwei Bügel gespannt mittels einer langen Stange ins Wasser gelassen und wenn Fische sich über ihm befinden, aufgezogen wird."
Redaktion
25.1.2007
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Zusatzinformationen zu “Tüttebänn”
Das in “Van Aewerdäss bes Wilewaj” beschriebene Fischnetz kann man auch kurz andeuten als “Kreuznetz”.
Bei dieser Fischerei-utensilie verweist “Tütt-“ nicht auf ein Huhn, sondern auf die spitzen Ecken des Netzes die auf den Enden der Querbretter befestigt sind.
Ein “Tüttebänn” heisst auch wohl “Tüttebäll”. Das Wort “Bäll” bedeutet “Ausstülpsel”, vergleiche “Seepbäll”.
In den Niederlanden gibt es das Wort “Teutebel” (auch wohl “Totebel” oder “Tuttebel”). Das bedeutet ebenfalls “Kreuznetz”. In übertragendem Sinne heisst es: “schlampiges altes Weibsbild” (das sozusagen alles schlaff hängen lässt).
Kleve, 26.01.2007
Hans van den Bos
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» Statement [317 KB]
des Vorsitzenden des Klever Angelsportvereins Herrn Naber zum Begriff Tüttebänn
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Tütt
Die Basisbedeutung von “Tütt” ist: Etwas mit einem spitzen Ende.
Ursprünglich bedeutete es: “spitze Ecke”, “Tülle” oder “Tüte”. Das verwandte ostniederländische “Tüütn” hat die selben Bedeutungen.
Später entstand die verschobene Bedeutung: “Huhn”. In diesem Falle verweist “Tütt” auf den spitzen hackenden Schnabel des Nutztieres.
Parallel dazu wird in den Niederlanden ein Huhn als “kip (Kipp)” angedeutet. Das Wort lässt sich ableiten von dem veralteten “kippe” was schlagen, stossen oder hacken heisst. Ein Huhn macht ständig hackende Bewegungen mit dem Schnabel.
In Niederrhein heisst nicht ein erwachsenes Huhn, sondern ein Küken “Kipke”. Ein Küken hackt bei der Geburt die Eierschale kaputt.
Eine von “Huhn” aus weiter verschobene Bedeutung liegt in dem Ausdruck “lecker Tüttje”. Das ist ein hübsches Mädchen, wörtlich ein “schmackhaftes kleines Huhn”.
Parallel dazu sagen die Amerikaner “chick” = Mädchen (Küken). Junge Männer sind da ständig auf der Suche nach “kicks and chicks”.
In den Niederlanden heisst ein hübsches Mädchen “lekker ding” oder “lekker dier”. Die Stiftung “Lekker Dier” (NL) richtet sich gegen die Misshandlung von Nutztieren.
Das niederländische “tutje (Tüttje)” bedeutet: “zimperliche Jungedame”. Das hängt zusammen mit “teuten”, was “sich zögernd verhalten” bedeutet. Wer “teutet”, begibt sich sozusagen immer wieder in eine spitze Sackgasse.
Kleve, 25.01.2007
Hans van den Bos
Es ist eine Eigenart unseres Dialektes, dass einige Begriffe mit Doppel-S beginnen. Was die Regeln der (hochdeutschen) Grammatik nicht erlauben, hier ist es möglich, ja sogar notwendig. Z.B. beim Begriff Ssupp. Zwar wir der Dialektkundige die Suppe auch erkennen wenn sie "Supp" oder "Zupp" gesprochen wird aber die richtige Aussprache liegt dazwischen (ist jedoch lokal unterschiedlich). Das gleiche gilt u.a. auch für das Wort "Sseeter." Als "Sseeter" bezeichnete man z.B. den "Sud" (Piepenseiwer), der mit der Zeit in einer Tabakspfeife entstand und der - entgegen der Pfeifenraucher-Etikette - je nach Menge ausgeklopft oder abgelassen wurde, um die Pfeife erneut zu stopfen. Aber auch am Mittagstisch fand der Begriff Anwendung. "Denn löpt de Sseeter den Mond herütt" hieß es, wenn jemand eine allzu "feuchte" Art zu essen hatte. "Sseeter" entstand auch in der Badewanne. Zu einer Zeit, als Vater, Mutter und fünf Kinder (meist auch in dieser Reihenfolge) im gleichen Wasser badeten, blieb nach ablaufen der inzwischen lauwarmen Brühe ein Schmutzrand in der Wanne zurück. Der zeigte an:"Bis hierher hat das Wasser gestanden" Diesen Schmutzrand nannte man ebenfalls Sseeter.
Redaktion 27.3.2006
Stoetzkarr, Stoettkarr = Stosskarren, Handkarren
Die Basisbedeutung ist hier: stossen
Ein Stosskarren, Handkarren hat zwei Raeder und einen einzigen Stiel, wird mit der Hand gestossen.
Stoertkarr, Stoettkarr = Schlagkarren, Kippkarren, Stuerzkarren
Die Basisbedeutung ist hier: stuerzen
Es gibt drei verschiedene Typen:
1. Laeuft auf Schienen mit vier Raedern, der Behaelter kann seitwaerts gekippt werden. 2. Auf drei Raedern und mit einem Behaelter der nach hinten hoch geklappt werden kann. Wird von einem Pferd gezogen. 3. Auf zwei Raedern mit zwei Stielen, auch hier kann der Behaelter nach hinten hoch geklappt werden. Wird ebenfalls von einem Pferd gezogen.
Hans van den Bos
Kleve 11.2.2006
Ein Begriff aus dem Tabakanbau, der bis in die 50er Jahre besonders in Wissel, Kalkar und Pfalzdorf betrieben wurde. Die Blätter der Pflanze wurde in drei Qualitätsstufen eingeteilt. Das dem Boden am nächsten wachsende Blatt nannte sich Sandgut. Es war durch vom Regen aufspritzenden Sand verunreinigt (daher Sandblatt) und das qualitativ schlechteste. Darüber angeordnet war das sogenannte Erdgut von besserer Qualität. Oben an der Pflanze fand man das so genannte Bestgut. Verarbeitet wurde die Tabakernte gleich vor Ort in Kleve, Goch, Kalkar und Emmerich.
Gemeint ist ein Beutel (Büül) oder auch ein anderes Behältnis, in das man wichtige oder wertvolle Dinge (Papiere, Urkunden, Schmuck, Geld ect) hineintuen konnte. Man trug diesen Donderbüül bei sich, wenn sich Unwetter ankündigte. So konnte man notfalls schnell das Haus verlassen, hatte aber wenigstens das Nötigste gerettet.
Ein luftdichter Behälter, meist aus Kupfer, in dem Holzkohlen „gelöscht“ wurden. Der Sauerstoffmangel im Doofpott ließ die Glut der Kohlen ersticken, sodaß sie am nächsten Tag erneut gebraucht werden konnten.
Freiwillige Zuwendung für Amtspersonen (Lehrer, Pastor) bestehend aus Naturalien z.B. Wurst-und Fleischpaket der aktuellen Schlachtung. Ursprünglich war der Hötzpott tatsächlich ein Pott, nämlich eine Sammelbüchse mit der Funktion eines Klingelbeutels. Bei Sammlungen von Haus zu Haus oder in der Kirche wurde ein Spendenbeitrag in den Hötzpott gesteckt.
Ein Zweispänner mit großem geräumigen Wagen, der Platz bot für 12 oder mehr Personen. Ein (oder mehr) solches Gespann wurde benutzt, um eine Festgesellschaft vom Festort zur Kirche und zurück zu fahren oder auch eine lustige Runde spazieren zu fahren. Ähnliches lebt heute wieder auf, wie man zum Vatertag des öfteren beobachten kann.
Günter Claassen geb.in Kleve, jetzt Meckenheim.
Die Bediensteten in der Landwirtschaft hatten das Recht, vom Mittagessen (12 Uhr) bis um 14 Uhr eine Ruhezeit einzuhalten. Diese galt jedoch nur von Mai bis September. Möglicherweise leitet sich der Begriff Noorde vom französischen Wort für Stunde ab. Außerhalb der Landwirtschaft wurde der Gegriff später auch benutzt, wenn man sagte:" Ek gonn now den Noorde halde". Geimeint war:"Ich leg' mich aufs Ohr und halte Mittagsschlaf."
Unter Opschlag verstand man u.a. auch neu aufkeimende Saat. Waren z.B. bei der Kartoffellese einige Kartoffeln im Boden verblieben und hatten diese dann den Winter unbeschadet überstanden, so keimten sie im darauffolgenden Jahr aus und brachten eine neu Pflanze hervor, obwohl nichts ausgesäät wurde. So konnte es passieren, dass eine Stück Land, das ein Jahr nicht bepflanzt wurde um zu ruhen, trotzdem eine stattliche Zahl Kartoffeln zur Ernte bereithielt. Diese Ernte verdankte man dem Opschlag.
Die wörtliche Übersetzung "Urinpflaume" führt uns schon auf die richtige Spur. Handelt es sich bei der Seikprumm doch um eine gelbe Pflaumensorte, mit einem außergewöhnlich hohe Wassergehalt. Schon bald nach Verzehr einiger Pflaumen stellte sich starker Harndrang ein. Kaum hatte man den Zusammenhang zwischen dieser Pflaumenart und dem anschliessenden Gang zum Örtchen erkannt, hatte diese Pflaume ihren Namen weg:"Seikprumm"
Im Töndelpott wurde glühende Holzkohle aufbewahrt. Diese Quelle ständigen Feuers wurde benutzt, um den Herd anzuzünden oder auch Lampe und Pfeife anzustecken. Aus dieser Verwendung ergab sich auch die Bezeichnung, denn "Töndel" ist verwandt mit zündeln.